die 25KM beim Seligenstädter Mainuferlauf…..
Trainingsvorgabe war laut meinem Terminplans 1:40 für den Halbmarathon - daraus hab ich mir dann eine Vorgabe von unter 2 Stunden für die 25 KM gebastelt.
Langsam wird es zur Gewohnheit, die schlechten Nächte vorm Wettkampf. Nicht aus “Wettkampfnervosität” sondern aus den “Umständen”. Letztes Mal Zahnreissen, diesmal der Magen/Darm. Los ging es damit das ich den ganzen Samstag kaum was gegessen hatte. Nachdem wir endlich vom einkaufen zurück waren und die Wohnung Wochenendfein machen wollten, stand Bernd vor der Tür. Also, verzögerte sich alles noch mehr nach hinten. Gegessen hab ich dann nach 20:00 Uhr, lecker Auberginen, Gemüse, Nudeln, usw… . Leider rumorte es die ganze Nacht. Egal…., aber ich kam nicht so richtig von Zuhause los…. und naja, lassen wir das….. . Eins noch zu diesem Thema, das war das erste Mal das ich 15 Minuten vorm Start noch auf der Toilette war.
Bei den Wettervorhersagen wäre alles drin gewesen. Regen, Sonne, Wind. Ich habe mich dann für die halblangen Tights, ein langes Laufunterhemd und das Teamshirt entschieden. Es war im Nachhinein mal wieder genau die richtige Entscheidung.
Nun zum Rennen:
Ich startete im vorderen Drittel und lief wie immer einfach mal los, einen Plan hatte ich natürlich auch nicht, ausser den “Eckdaten” Zielzeit unter 2 Stunden, das macht dann was um die 4:50 pro Kilometer. Wie immer wurden die ersten 7 KM schwer, ich bzw. mein Körper fühlt sich in der Anfangsphase ungefähr so, wie sonst bei KM38 , aber ich hoffte auf die Wende….. . Die kam dann auch endlich bei KM 7,5. Vorher waren noch einige kleine Anstiege (klingt höher als es war), zu bewältigen und es kam auch Bewegung ins Rennen, da uns die Führenden entgegen kamen. Bei Anfeuern und klatschen (”Hallo Peter”) habe ich auf dem 8. KM , 10 Sekunden verloren
. Aber es machte endlich Spass. Ab der Wende war ich dann auch warm gelaufen …. . Bis Kilometer 9 KM lief ich noch einer Truppe hinterher, deren Tempo ein wenig unstetig war. Also ergriff ich das erste Mal (in einem Rennen) überhaupt, die Initiative und bestimmte das Tempo. Sprich ich überholte und hatte die ganze Mannschaft im Nacken …. . Die Truppe blieb dann langsam hinter mir zurück, aber es gesellte sich ein Läufer zu mir mit dem ich bis KM 16 im absolut gleichen Takt lief. Die Sonne kam raus und es machte so richtig Spass und wir überholten Läufer um Läufer. Kurz vor KM15, kam ich beim überholen etwas aus dem Trott (Gedrängel, Fahrradfahrer, Verpflegung), blieb aber an meinem Mitstreiter dran…. . Allerdings merkte ich das “nun” der K(r)ampf bald beginnen würde. Bei KM16 lies ich Ihn gehen , zwar wurden meine Zeiten (noch) nicht schlechter, aber er lief konstanter. Ich plante derweil die letzten 9 Kilometer. Wichtig, zumindest versuchte ich mir das einzureden war nur der HM <= 1:40, aber trotzdem sollte die 2 Stundenmarke fallen. Die Kilometer wurden immer länger, ich glaube vielen kennen das Gefühl. Der Blick auf Uhr (Zeit/Puls) wird immer hektischer..... . Endlich kam die Spitzengruppe ins Bild ! Der Führende sah noch ziemlich gut aus, er sollte am Ende 3 Minuten Vorsprung haben. Auch Peter kommt mir entgegen, er lief ein super Rennen (Platz 31 !) und ich nähere mich dem letzten Wendepunkt. Mein "Laufpartner" von KM 9 - 16 passierte kurz vor mir die KM20. Vom Gefühl her war ich fertig, das Entsprach zwar nicht meinen Zeiten, die lagen konstant zwischen 4:40 - 4:48. Endlich KM21 und dann noch 100 Meter bis zum imaginären Halbmarathon.
Uff, 1:39:18 HM-Bestzeit und Trainingsplan erfüllt !!!
Die Luft war raus, aber ich versuchte trotzdem weiter zu kämpfen. Scheinbar ging es meinem EX-Mitstreiter noch schlechter denn ich überholte Ihn irgendwo zwischen KM 21 und KM 22. Ich glaube er ging leider mit knapp über 2 Stunden ins Ziel
.
Dann kam einer meiner härtesten Kilometer ever…. . Ab KM22 bis ins Ziel blies uns ein kalter Gegenwind direkt ins Gesicht, müde, lustlos und dann das….. . Der Puls stieg, das Tempo sank (das war mein schlechtester KM bei dem Rennen 5:06), aber erstmalig gab ich mich nicht auf… . “Du hast 15 Minuten bis zur 2 Stundenmarke, das ist drin…… “, sagte ich mir. Der 24. “lief” dann wieder besser (4:51). Der 25. verschwimmt ein wenig, ein Radfahrer der neben uns fuhr, machte uns Mut - “klar das schafft Ihr unter 2 Stunden”. Ich wollte aber es immer noch nicht glauben… . Irgendwie gab ich nochmal Gas, da ich wie beim letzten Rennen die Zeitanzeige nicht richtig interpretierte (1:59:00 - statt 1:58:00), der Puls stieg auf 183 und ich rannte mit 1:58:53 durchs ZIEL….. . Kein Runners High, keine Superfreude, einfach NUR da - SCHÖN……diese Leere …. .
Die Freude über die Zeit kam erst später, nach Stunden, bzw. erst am Montag …..
.
Weiltal ich komme…. .
Technische Daten:
25 KM in 01:58:53 = 4:45/KM - AvgPuls 156 MaxPlus 183 - Gesamtplatz 133 - Gesamtplatz Männer 128- AK40 Platz 43
P.S.: Es gab noch Gerüchte das wohl einige Teilnehmer “abgekürzt” hätten, ich kann so was nicht verstehen…., aber man weiss ja nie…
Dieser Eintrag wurde am 2.4.2006 um 10:14 verfasst und befindet sich in Wettkämpfe. Sie können alle Antworten zu diesem Eintrag über den Feed RSS 2.0 mitverfolgen. Hinterlassen Sie eine Antwort oder einen Trackback-Link zu Ihrer eigenen Homepage.