Weiltalwegmarathon
23.4.2006 von Tid.
Es ist vollbracht PB 3:27:19 !!! Was soll man nach 10 harten Wochen Vorbereitung noch schreiben …. ? Schön wars, zumindest bis KM37, da war ich dann schwarz aber dazu später mehr.
Die letzte Woche war die Hölle, vielleicht mache ich einen extra Blogeintrag, nur so viel am Freitag stand es auf der Kippe ob ich starte.
Die Logistik hingegen klappte wieder einwandfrei, der olle Fiasko stand ab Samstagmittag im Zielbereich, ich hatte die Unterlagen und Olli brachte mich nach zurück Gelnhausen.
Heute hiess es früh aufstehen um 5:00 klingelte der Wecker. Zum Frühstück gab es wie immer (beim Marathon) Sojamilch mit Bananen und Instanthaferflocken. Das Zeug ist irre Nahrhaft und schont Magen und Darm.
Geduscht, gepackt und die üblichen WC-Besuche. Jetzt musste nur noch das Racingteam erscheinen. Zwischenzeitlich rief Thomas noch an um mir Glück zu wünschen und wunderte sich das wir noch in Gelnhausen waren. Er kennt nicht Michael, den Tiefflieger auf der Autobahn.
Gelnhausen - Schmitten im 270PS Audi in knapp 40 Minuten ! Also war ich rechtzeitig am Start (8:45). Dort traf ich auch Bärbel und Ihr Begleitteam (Arno und Ferdi).
Endlich gings los (ich glaube mit 2 Minuten Verspätung) und die Horde stürmte Richtung Weilburg. Den ersten Kilometer konnte ich wie letztes Jahr nicht stoppen und bei KM 2 hatte ich 9:12 auf dem Tacho. Zu schnell wie immer. Flott ging es durch das erste Tal, den engen Radweg kennt jeder, bei KM 3 entdeckte ich schon meine Begleiträder (Dirk und Frank). Eigentlich wollte ich die beiden nicht die ganze Strecke um mich haben, aber wegschicken ging natürlich nicht
. So langsam ging es auf den Treisberg zu, die heftigste Steigung, aber bei mir lief es gut.
Ich lies den Puls nicht über 153 und sparte Kräfte. Oben standen wie immer Angela und KD (der wollte doch in Barcelona sein?) und langsam fuhr ich die Maschine hoch. Da ich durch den BGL ein ganz guter Bergabläufer geworden bin, nutzte ich jede Gelegenheit um Speed zu machen.
Bei KM 10 habe ich dann die 3:30 Pacemacker (Rad) überholt, meiner Meinung nach waren die zu diesem Zeitpunkt viel zu schnell und dann ging es erst richtig los. Mein Puls war immer noch locker bei 151…. . Irgendwann mussten doch Julia, Michael und Alex ins Bild kommen, ah wieder an der gleichen Stelle wie im letzten Jahr bei KM11. Ich rollte und rollte……. . Die Strecke ist wunderschön und das Wetter ein Traum, sonnig aber zumindest in den ersten Stunden, noch so kühl das es auf der Haut brickelte (ich war kurz unterwegs).
Zwischen 15 - 25 KM (2:00:04) flog ich richtig……. IRRE, ich glaube das war mein erstes Runners High, mein Puls sank! (ich war eigentlich ziemlich erschrocken) auf eine AVG von 145 bei einer Geschwindigkeit von um die 4:50. Auf diesen Kilometern frass ich mich durch die Läuferschar……. . Die letzte grössere Steigung bei KM27 (Audenschmiede), an der ich letztes Jahr schon ziemlich platt war, bemerkte ich kaum
. Hier standen am Ortsausgang Julia, Alex und Michael und ich nutzte die Gelegenheit meine leeren Trinkflaschen zu entsorgen.
Dabei kapierte ich allerdings nicht, das ich die Truppe in Weilmünster nicht sehen würde und “verweigerte” die Austauschflaschen. Die nahm dann Frank noch mit, Danke.
Dann ging es noch durch Weilmünster (KM30 ca. 2:27:xx). Hinterm Ortausgang ist noch ein letzter kurzer Anstieg an dem ein Vater mit seinen kleinen Sohn toll getrommelt haben und dann war es eigentlich gegessen. Es kamen zwar noch ein paar Wellen, die mir dann aber doch noch AUFFIELEN. Zwischen 30 und 35 wurde ich kurzzeitig müde, was sich aber nicht in den Zeiten niederschlug, lief mich aber wieder frei. Aber das dicke Ende doch noch. Zwischen 37 und 38 bin ich, wie sagt man beim Radfahren, geplatzt. Das war dann ein ziemlicher K(R)AMPF, langsamste Zeit auf diesen letzten 5 KM war 5:26 ansonsten 5:06, 5:16, 5:09…. die aber alle RICHTIG, RICHTIG wehgetan haben. Ich verzählte mich sogar mit den Kilometer. Ich war so neben der Spur, das ich beim 40. Kilometer das 39er Schild erwartete. Auch fühlte ich mich dann Zeitweise wie ein Spitzenläufer, da mittlerweile 4 Räder um mich rum waren. Zu Frank und Dirk gesellten sich ab KM40 noch Johanna und Klaus. Das wir in Schmitten mit 2 Minuten Verspätung gestartet waren, wussten die beiden nicht und deshalb peitschte mich Klaus über die letzten 2 KM…… .
Den Schlussspurt über die letzten 500 Meter konnte ich mir nicht nehmen lassen und so erreichte ich das Ziel unter Freunden- und Erleichterungsgebrüll. DABEI SAH ICH NICHT GUT AUS. Solche Zielfotos sollten verboten werden
.
Da !!! Es ist geschafft, seit dem Frankfurt Marathon 2005, trainierte ich mit dem Ziel endlich unter 3:30 auf dieser Strecke zu laufen. Vielleicht habe ich auch deshab so viele Emotionen wie noch NIE bei einem Lauf gespürt.
Nachdem duschen, im Festzelt bei Bier, im Kreis meiner Freunde (DANKE, Ihr Lieben) überkamen mich Freundentränen und ich WAR GLÜCKLICH. In solchen Momenten wird man für die einsamen langen Läufe im eiskaltem Dauerregen mit Gegenwind entschädigt.
Beim Weiltalwegmarathon gelingen mir immer die Big Points ! Danke !
Technische Daten:
42,195 KM in 03:27:19 = 4:55/KM - AvgPuls 150 MaxPlus 178 - Gesamtplatz 135 - Gesamtplatz Männer 130- AK40 Platz 43 (wie in Seligenstadt)