Archive für April 2007

Restart - ich laufe wieder

Hm, heute wäre der Marathon gewesen, war schon ein blödes Gefühl. Nachdem ich allerdings gestern das erste Mal seit 17 Tagen wieder gelaufen bin kann ich nur froh sein, das ich abgesagt habe. Anfangs der Woche dachte ich noch, he Du bist wieder fit und ausgeruht, vielleicht geht da doch was…. . Gott sei dank war ich vernünftig. Gestern beim Lauftreff “pfiff” ich aus dem letzten Loch, im Grunde bin ich mir nicht sicher was/warum/wie nicht klappt aber ich bin noch völlig ausgepowert. Heute habe ich es dann mal auf dem flachen R3 probiert. 14 Kilometer in 1:29, da kann ich mir das nächste mal Stöcke mitnehmen. Ich hoffe das bessert sich im Lauf der Woche. Dienstag werde ich mal etwas schneller versuchen. Heute war daran nicht zu denken, wenn sich mein Puls der 130 näherte wurde ich “schwach”. Gehpausen hab ich auch etliche gemacht. Es kann nur besser werden. Jo ist in Bonn “meine” geplante Zeit gelaufen (3:19), super Leistung.

Verzicht - oder aus der Traum

Tja, das war es dann mit der neuen Bestzeit bei meinem Lieblingsmarathon (Weiltal).

Wie es dazu kam ?

Nachdem Seligenstädter Laufsonntag begann unser Jahresurlaub. Wir besuchten Julias Freundin Gloria in Hamburg. Dort war es im Vergleich zu hier, erheblich kühler (8 - 10 Grad) und ich hatte nicht so richtig für diese Temperatur gepackt. Am Anreisetag war es noch sehr schön und warm, ähnlich wie hier. Aber schon Dienstags wurde es bedeckt und kühl.
Natürlich hatte ich meine Laufklamotten mit, das Training musste weitergeführt werden.
Am Dienstagmorgen lief ich “aus”. Es standen 60 Minuten im 6er Schnitt an (also joggen). Lustig war es dem städtischen Läuferpanoptikum beim morgendlichen Training zu zuschauen. Mein Puls war etwas höher als normal, aber das war aufgrund es Wettkampfes ok. Mit der kurzen Runde (700m) im Park hatte ich Probleme , ich war immer einen Tick zu schnell (5:30). Das sollte sich am nächsten Tag auch nicht ändern.

Am Mittwoch war es kalt aber sehr sonnig. Es standen 70 Minuten in 5:30 an. Jetzt war ich richtig ausgeruht und mein Puls war super niedrig. Ich lief die 12 Kilometer im 5:18er Schnitt und war locker (AVG 133).

Aber das war es dann trainingstechnisch schon. Abends (im Kino) merkte ich eine Erkältung mit Gewalt anrollen. Dazu noch eins, Gloria ist eine Frischluftfanatikerin, deswegen war es in der Wohnung selten wärmer als 18 Grad und eines der Kinder war auch kränklich. Das Immunsystem ist aufgrund der Marathonvorbereitung und des Wettkampfes angeschlagen gewesen. Die Umstände taten dann Ihr übriges. So erwischt hat es mich schon lange nicht. Die letzten 2 Jahre war ich nie erkältet !
Normalerweise gilt das Motto: 3 Tage kommts - 3 Tage bleibts - 3 Tage gehts
Aber Pustekuchen, Erkältung ab Mittwoch die schlimmste Nacht war jetzt eine Woche drauf der Mittwoch. Also ging ich endlich zum Arzt, da war es allerdings so voll, das ich wieder heimfuhr. Am Freitag hab ich es dann nochmal versucht und bekam die üblichen Antibiotika, die ich die nächsten 5 Tage einnehmen muss.

Das ganze bei dem schönsten Sommerwetter !!!! Insgesamt war ich von 8 Urlaubstagen 5 Krank, tolle Bilanz.

Aber die Vernunft Sieg dann doch ….. Direkt nach absetzten des Antibiotika und einen Trainingsverzicht von 2 Wochen, beim Marathon zu starten, wäre unverantwortlich, egal wie schwer es fällt !!!! Ich habe nicht vor auf der Ziellinie tot umzufallen.

Wie geht es weiter ? Ich werde am Donnerstag wieder mit dem Training (leicht) an fangen und dann schauen wie es mir geht.
Danach werde ich meinen T-Plan umstellen und wahrscheinlich bei einem Marathon Mitte Mai starten (Würzburg/Saarbrücken).
Natürlich immer in Abhängigkeit meiner Verfassung.

Seligenstädter Mainuferlauf (25 KM)

Heute war des dann soweit, der gute alte Steffnyplan (für 3:15) sah einen Halbmarathon mit einer Zielzeit von 1:32:30 vor. Da es in der Nähe keinen anderen Lauf als den Mainuferlauf gab, hab ich mich eben angemeldet. Im letzten Jahr war es genauso. Auf der Zielgeraden zum Weiltalwegmarathon ist das einer der letzten Hürden. Früh aufstehen war angesagt (5:30) da Steffen um 8:00 Uhr bei mir sein wollte. Packen, Soja, Banane, Haferflockenshake, Kaffee, Toilette usw…. . Die Vorbereitungen für einen Wettkampf sind mittlerweile Routine.
Steffen kam pünktlich und dann ging es los. Irgendwie waren wir knapp dran, der Start war schon um 9:15 und in Seligenstadt war wieder das übliche Chaos um die Parkplätze. Zumal wir erst gegen 8:35 da waren. Nachdem ich eine Straßensperre weggeräumt hatte, standen wir optimal. Dann noch schnell die Startnummern holen und kurz einlaufen. Peter war schon am dehnen und Jo tauchte auch auf. Kurz einlaufen mit dem obligatorischen Klobesuch….. . Als wir traben gemütlich zum Start zurücktrabten, kam die Durchsage noch 4 Minuten bis zum Start…. . Ok, dann mal los.

Vorgenommen hatte ich mir wie immer nichts konkretes, die 1:32:30 für die 21 KM fand ich etwas HOCH gegriffen, da ich nicht glaubte das ich die letzten 4 Kilometer in einem Wettkampf wirklich auslaufen wollte. Naja, nach dem Start blieb ich erstmal an Jo und Steffen dran, zumindest in Tuchfühlung. Es war Richtung Aschaffenburg dann schon etwas windig, trotzdem wollte ich etwas Abstand von der Gruppe. Die liefen einen 4:20er Schnitt, eigentlich etwas zu schnell für mich aber es ging. Bei KM4 schloss ich dann auf und Steffen nahm mich unter seine Fittiche. Zwischen 5,5 und Wendepunkt (7,5) sind die einzigen Rampen die etwas das Tempo drückten. Ab dem Wendepunkte gaben wir dann wieder Gas. Zwar ist da noch eine giftigere Rampe aber was solls. So langsam groovte ich mich ein. Irgendwie war es eine komplette Wiederholung des letzten Jahres, nur auf höherem Niveau (Tempo). Ab KM 10 (00:44:01) rollte es immer besser und ich lies Jo, das erste Mal in meiner Läuferkarriere, hinter mir. Steffen umsorgte mich wie meine Mutter und so näherte sich die 15 Kilometermarke (Start/Ziel). Da egalisierte ich meine 15 KM (15,4) PB vom Kirchenlauf auf 1:06:20 (1:07:40). So jetzt liefen wir aber gegen den Wind und vom Gefühl war es wie im letzten Jahr. Ab KM 16 wurde es immer schwerer und ich musste beißen. Im Grunde lagen jetzt “nur” noch 5 Kilometer vor mir, zumindest für die angestrebte HM-Zeit. Allerdings verschlechterten sich meine Kilometerzeiten immer mehr und ich kam mir vor als würde ich durch Kaugummi waten. Steffen versuchte mich zu motivieren aber ich war im Kopf schon zu. Als dann Jo bei 18,5 wieder an mir vorbeizog, war es dann vorbei….. . Ich biss zwar weiter und lies ihn bis zum 20 KM Wendepunkt “nur” 20 Meter weg, aber es wurde immer schwerer. Meine KM-Zeiten gingen auf 4:45 rauf und immer mehr Läufer überholten…. . Dann endlich der imaginäre Halbmarathonpunkt, nur 1:35:05 :-(, Frust. Ich hatte auf den letzten 4 Kilometern meine Zeit vergeben. Es ist immer wieder dasselbe, eigentlich bin ich stark genug, gebe mich aber zu früh auf und kämpfe nicht richtig. Steffen zog dann an, weil er glaubte ich würde dann nur noch austrudeln. Was ich im Grunde auch tat, aber der Frust nagte dann doch. Den 23 KM bin ich in 5:16 geschlichen, den 24 in 5:01 und dann konnte ich mich doch noch zum Zielspurt aufraffen, da ich die 1:55 noch unterbieten wollte. Das ist mir dann allerdings etwas zu spät auf gegangen und so wurde es arg eng. Auf meiner Uhr habe ich 1:55:00 glatt gestoppt, wahrscheinlich bin ich in der offiziellen Liste einen Hauch drüber. Die üblichen wenn und aber. Hätte ich am Anfang nicht mit Jungs mithalten wollen, wäre eine bessere Zeit dringewesen, allerdings hat es bis KM16 super Spaß gemacht.

Ausserdem sind fast 2 PBs gefallen, einmal “inoffiziell” meine 15 KM Bestzeit und meine 25 Kilometer Bestzeit habe ich um 3:50 verbessert !!!!

Die technischen Daten:
Gesamtplatz 108 in 1:55:03,2 = 04:36, AK33 -  AVG 153 - MaxPuls - 172

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