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Brüder-Grimm-Lauf “Der Tag davor”

So, nun ist es also soweit…..morgen gehts los. Der Brüder-Grimm-Lauf startet. Wegen der WM allerdings nicht vom Hanauer Marktplatz sondern sinnigerweise von der Rudi-Völler-Sportanlage in Hanau. Auch die Startzeit ist früher, aber so schafft man es noch rechtzeitig zum Eröffnungsspiel.5 harte Wochen Vorbereitung liegen hinter mir, so konzentriert habe ich mich noch niemals auf einen Lauf vorbereitet. Das Klemmbrett hat mich ganz schön rumgescheucht, so viele Intervalle bin ich die letzten 2 Jahre nicht gelaufen.

Allerdings gab es auch einige “Erfolge”, die klasse Zeit beim Kirchenlauf (15,4 km in 1:07:53), trotz 10 km Trainigslauf am Morgen.
Die Sommernachtsstrecke während eines Trainingslaufes in unter 30 Minuten absolviert (29:59) und der Höhepunkt letzten Freitag beim 10 km Lauf in Wolfskehlen mit PB von 0:42:46,11 mit einen Durchschnittspuls von 155. Ich bin dabei nicht VOLL gelaufen.

Naja, nun sollte nichts mehr schiefgehen - aber wer kann sich da schon sicher sein.

2 Blogeinträge reiche ich noch nach (Kirchenlauf und Wolfskehlen), aber jetzt folge ich erstmal den Spuren der “Brothers Grimm” !

Nachlauf… oder nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf

1. Was mir noch alles zum Lauf eingefallen ist:

Franks vergebliche Versuche, mir die letzten 5 Kilometer schmackhaft zu machen. “Im Ziel kriegst Du auch eine Bratwurt”, ich glaube auf die hatte er mehr Appetit als ich. Auch die lustigen Versuche Bilder zumachen :-) .

Das “Gasgeben” beim Bergablaufen. Im Gegensatz zum Brüder-Grimm-Lauf, hab ich es diesmal richtig krachen lassen. Vollgas, Augen zu und runter.

Dieses trotz Begleitung völlige Abschalten beim “fliegen” zwischen KM 14 - 26, toll.

Das mir auf dieser tollen Strecke immer die Bestzeiten gelingen, letztes Jahr erstmals unter der 4. Stunden Marke (3:51:53) und dieses Jahr 3:27:17 ! Wer hätte das gedacht, zumal das ganze der Frühjahrsmarathon ist.

2. Die Tage danach:

Natürlich hat Wettkampf Spuren hinterlassen hatte. Die Bergabrennerei bemerkte ich ziemlich in der linken Achillessehne. Auch hatte ich ziemliche Probleme beim Treppensteigen (abwärts).

Am Montag danach hatte ich aber einen Superwellnesstag in den Kaiser-Friedrichsthermen in Wiesbaden. Thermalwasser, Saunen, Ganzkörperentspannungsmassage, Softpack, usw. . Fühlte mich komplett runderneuert.

Es dauerte ein bißchen, bis ich wieder Lust verspürte zu laufen, zumal ich mir ein wenig Ablenkung gönnte. Ich traf mich endlich mal wieder unter der Woche mit Freunden, ohne einen Trainingplan im Rücken zu haben und genoss die freie Zeit. Allesdings musste ich doch immer wieder an den nahenden Brüder-Grimm-Lauf denken. Wie sollte ich mich diesmal vorbereiten ? Irgendwie kommt mir die Zeit bis zum 09.06.06 viel kürzer vor als im letzten Jahr. Da hatte ich nachdem Weiltalmarathon, die Vorbereitung hauptsächlich durch “Kilometerfressen”, durchgeführt. An Pfingsten hatte ich dann einen BGL-Test gemacht (gleiche Startzeiten, gleiche Anzahl an Läufen, nur weniger KM und HM). Diesmal will ich es besser machen. Ich habe zwar eine Abneigung gegenüber “Trainern” aber in diesem speziellen Fall, dachte ich ist es eine gute Idee, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Über Achim Achilles lustige Läuferkolummne im Spiegel Online, kam ich zu Jens Karraß, aka Klemmbrettkarraß, der auch Online-Coaching durchführt. Er coacht mich nun für den BGL, via “Expressklemmbrett”.

3. Nächstes Ziel - Brüder-Grimm-Lauf:

Mein Ziel ist es eine gute Zeit mit einem optimalen/akzeptablen Trainingsaufwand hinzubekommen. Letzes Jahr habe ich dafür über 300 KM geblotzt und ich bin mir ziemlich sicher das das nicht optimal war.

Für diese Woche habe ich folgende Einheiten abzulaufen:
Mo 10 km locker wg. Nachwirkungen des Weisheitszahnziehns - ok
DI Tempotraing 10 * 500m in 2:05 - 2:10 - ok (trotz Gewitterregen 1:56 - 2:04)
MI 80 Minuten in 5:30 -hm Arbeitslauf
DO 45 min joggen
FR frei
Sa erster BGL-Test morgens 10km locker, Mittags Wettkampf 15,1 km Attacke
SO 90 min 5:30 - 6:00

Jaja, was willst Du nun wirklich ? Schnell sein, locker laufen, Spass haben ?!
Was willst Du nun wirklich ? Um die 6:00 laufen und nicht so stark einbrechen bei der letzten Etappe im letzten Jahr.

Nächster Blogeintrag zum Kirchenlauf in Heusenstamm.

Vorlauf oder die Angst des Läufers vorm Wettkampf……

Wie angedroht hier die Beschreibung der letzten 2 Wochen vorm Weiltalmarathon ….. .

Nach langen Trainingswochen ist es immer schwer vorm Wettkampf weniger zu trainieren, aber das muss halt sein. Direkt nach Seligenstadt fühlte ich mich unbesiegbar :-) und als Training standen, im Grunde nur noch die 3 x 5000 m im Marathontempo, ein ruhiger 25 km Lauf und in der letzten Woche nur Lockerlaufen vorm Wettkampf an. Aber erinnert Euch ans Wetter vor und an Ostern, saukalt, Regen, wie im Herbst.Am Gründonnerstagabend wollte ich die 3 x 5000 m laufen, mittags im Büro begannen die Anzeichen einer Erkältung. Das beginnt bei mir immer mit brennen der Augen (Kontaktlinsen) und leichtem Kreuzweh. Mist den ganzen Winter ohne Probleme und jetzt das; die 3 x 5000m habe ich dann erstmal gestrichen. Ein Glas Rotwein, früh ins Bett mit der Hoffnung das, das am Karfreitag klappen würde.Am Karfreitag fühlte ich mich “erholt” und startete morgens um 11:00 auf die Piste. Natürlich begann es zu regnen, aber es war nicht besonders kalt. Nach der 2. Einheit hatte ich mir eine Zehe blutig gelaufen. So was war mir noch nie passiert, das auch noch dachte ich, es lag am Regen und an den relativ neuen Schuhe, die schmirgelten mir die eine Zehe auf. Trotzdem waren die Pulswerte super und ich konnte die Vorgaben leicht einhalten.

Am Samstag war ich dann wieder down, immer diese unterschwellige Erkältung, Müde, Kopfweh. Abends habe ich leider etwas zu tief in die Rotweinflasche geguckt und der Sonntagmorgen war nicht besonders schön. Helmkreisen und den 25 km Lauf noch vor mir. Ich fand meine Regenjacke nicht und wollte Julia durch meine Sucherei nicht wecken, deshalb hatte ich nur die Laufweste an. Im Biebertal blies ein scharfer Wind umspielt von starkem Dauerregen bei 8 - 10 Grad ! Nach 5 km war ich völlig hinüber, zumal ich noch mit dem Kater kämpfte. Aber was soll’s dachte ich mir, wenn ich das durchstehe habe ich keine Probleme mit der “mentalen” Härte im Wettkampf. Zu guter letzt bog ich noch zu spät ab und musste 2 km mehr querfeldein (denkt an den Dauerregen) laufen. So waren es dann insgesamt 27 unvergessene Kilometer. So das ganze ging natürlich nicht ohne Spuren an meinem Körper vorbei, zumal aus dem ruhigen geplanten Osterwochenende (Motto “wir sind nicht da”), auch noch ein Besuchswochenende wurde. (Freitag kam Sibel zu Besuch, Samstag Bernd & Claudia zum essen, Sonntag waren wir bei Julias Mama, Montag erst bei meinen Eltern und danach beim Björn….) .

Dienstag fühlte ich mich so, wie man sich nach dieser Tortur fühlt. Kurz vor oder in der Erkältung, die Nächte waren schweissgebaded, tagsüber ging es ab Mittwoch. Mittwochabend lief ich noch die letzten Kurzintervalle (3 * 1000m im Marathontempo), “logischerweise” spinnte die Pulsuhr, die funktionierte dann erst beim letzten Intervall, also lief ich noch ein viertes. Puls OK, Ende gut, alles gut.

Nunja, trotzdem wurde ich immer unsicherer, die üblichen Fragen, wieso das alles, das schaffst Du eh nicht, Du bist krank…. . Ich wurde total nervös und nervte meine Umwelt ….. . Am schlimmsten war es dann am Freitag. Die Nacht von Donnerstag von Freitag hatte ich kaum geschlafen, 2 Garnituren Klamotten und das Bettzeug durchgeschwitzt. Am Freitag war ich dann völlig durch den Wind, übermüdet, nervös und ich war mir eigentlich sicher am Sonntag nicht laufen zu können. Aber ich hatte die ganze Logistik schon in Gang gesetzt (Fahrdienste, Claqueure, usw.), also beschloss ich das am Samstag zu entscheiden. Freitag auf Samstag schlief ich 11 Stunden durch und fühlte mich endlich mal wieder erholt…. ok nun gab es kein zurück mehr. Letzter “Joggingtest”, das das Hin- und Hergefahre nach Weilburg und der Marathon konnte kommen.

Mein Fazit, irgendwie muss ich versuchen das nächste Mal besser damit klarzukommen. Natürlich haben auch die körperlichen Probleme eine Rolle gespielt, aber zum großen Teil war es nur eine Kopfsache…. . Egal, der nächste Wettkampf steht schon wieder vor der Tür. Dazu mehr im nächsten Blog “Nachlauf”.